Gegen 10 Uhr morgens erreichen wir Baie- Comeau. Der Ort mit seinen 22.000 Einwohnern liegt auf der gleichen Seite des St. Lorenz Stromes wie Quebec, allerdings bereits 420km weiter flussabwärts.
Morgen schon werden wir den Fluß, der mit 2900km zu den längsten Flüssen der Welt zählt, bereits wieder verlassen haben.
Der Ort dehnt sich flächenmässig ins Umland aus, wo man für sein Geld deutlich billiger bauen kann.
Den großen Pickup hat man sowieso neben mindestens einem weiteren Auto vor dem Haus stehen. Man fährt damit eben zur Arbeit und am Nachmittag in den Supermarkt irgendwo auf freier Fläche weitab von den Wohngebieten. Die Menschen lieben es auch sehr, weit draußen in der Natur zu leben.
Viel Zeit bleibt uns am Morgen nicht bis zum Ausflug. Die nutzen Marlis und ich, indem wir die rund 3 km zum Ort zunächst am Ufer des St. Lorenz entlanggehen, danach durch Feuchtgebiet und Wiesen. Das alles ist einmal aufgeschüttet worden, um die Papierfabrik vor Sturmfluten des St. Lorenz Stroms zu schützen. Später geht es dann bergauf zwischen ein paar Wohnhäusern und ein bisschen Wald bis zur Kirche. Unterwegs trifft man nur Leute vom Schiff. Einheimische sind kaum zu sehen, lediglich gelegentlich einmal ein Gassigeher.
Die Promenade wurde mit verschiedenen Kunstobjekten aufgemöbelt.
Meine Lieblingsblumen strahlen hier noch um die Wette, das kühler werdende Wetter stört sie offenbar nicht.
In die von aussen überdimensioniert wirkende Kirche Sainte- Amélie werfen wir nur einen kurzen Blick, und Marlis hat sogar noch ein Foto gemacht. 1939/40 wurde sie erbaut. Sie soll wohl sehr schön sein, aber bei unserem Zeitdruck sehen wir nicht ganz ein, auch noch 6$ Eintritt zu zahlen für einen Blitzbesuch. Ein Künstler aus Florenz hat das Innere 1940-1945 künstlerisch gestaltet und mit Fresken auf 1500qm geschmückt. Die Steine sollen rosa Granit sein, was mir allerdings nicht in Erinnerung blieb. Vielleicht haben sich die Farben aber auch verändert im Laufe der Jahre.
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| die Sonne steht denkbar ungünstig.... |
Das Hôtel le Manier wurde ursprünglich 1937 erbaut, brannte aber 1965 ab und wurde 2004 neu errichtet. Die hier ansässigen Papierfabrikanten ließen es im französischen Kolonialstil wieder aufbauen. Und nicht nur von der Terrasse aus, sondern auch von den Zimmern aus soll man einen Superblick haben. Leider reicht unsere Zeit nicht für einen Kaffee.
So einen tollen Blick hat man vom Hotel aus...
Ich gönne mir noch einen Tunnelblick auf die Kirche am Hang und einen auf den Trichter von der anderen Seite.
Dieser Wasservogel tut so, als sei er schwer verletzt und läge danieder. Hier räkelt er sich mal ein bisschen. Später watschelt er völlig unauffällig davon. Damit niemand merkt, dass ich nicht weiß, ob es eine Ente oder eine Gans ist, schreibe ich einfach mal Wasservogel, da kann doch wohl nichts schiefgehen... Eine Schneegans käme in Frage, aber ich weiß es einfach nicht...
Die Boote sind schon winterfest gemacht und liegen auf dem Trockenen.
Der Hafen für Kreuzfahrtschiffe liegt doch recht weit von der Zivilisation entfernt. So schön der Weg war, es war letztendlich ein anstrengender Schnelldurchlauf...
Wir essen kurz etwas, dann sitzen wir auch schon im Bus.
Wie so häufig zieht sich das bewohnte Gebiet sehr in die Länge, den Ort selbst empfinde ich nicht als besonders groß..
Die Häuser sind wie schon gewohnt durchweg sauber und gepflegt. Sie unterscheiden sich aber von den Anwesen auf Neufundland -die ich gesehen habe- durch den hier völlig fehlenden Puppenstubenlook total. Entweder haben die Menschen hier weniger Zeit, Geld und Lust auf Schmücken und Blumenpflege, oder das Klima unterscheidet sich dermaßen, dass hier weiter südlich nichts so üppig gedeihen kann.
Weithin sichtbar sind hier Fabriken, insbesondere für Papier, Zellstoff und Aluminium. Das sind alles Industrien, die viel Wasser und Strom verbrauchen, woran es in Kanada nicht mangelt. In der Gegend existieren mehrere leistungsfähige Wasserkraftwerke, die nicht nur ihre Region versorgen, sondern Strom sogar in die USA verkaufen.
Straßenbau sei wegen des felsigen Untergrunds (Granit) sehr teuer, erzählt unser Guide. 1km würde 1 Million kanadische Dollar kosten!
Unterwegs entdecke ich ein interessante sVerkehrsschild. Es wird auf einen, auf einem Pferd galoppierenden Mann aufmerksam gemacht. Vielleicht geht man hier zu Pferd auf Elchjagd?
Das Plakat zeigt einige Areale auf, leider etwas undeutlich...
Der Ausflug in den Naturpark Pointe-aux-Outardes hält aber leider nicht, was er verspricht. 90 Minuten freies Herumlaufen auf wie üblich den vorgeschriebenen Pfaden war angesagt. Und gerade deswegen haben wir ihn gebucht. Aber es wird ein Gänsemarsch in 2 Gruppen daraus gemacht mit allerlei windschiefen Begründungen. Ganz übel trifft es die Leute, die nicht so gut zu Fuß sind. Sie dürfen auch keinen Miniaturspaziergang machen, sondern müssen sich zwischen Bus und kleinem Infocenter aufhalten. Die sind verständlicherweise besonders sauer.
Wir trotteln nun mit unserer Gruppe los, hinein in den Wald auf den vorgeschriebenen Weg.
O.k. Der Wald kann nichts dafür. Es ist schön hier!
Es hängen viele zarte Bartflechten an den dürren Ästen der Nadelbäume. Nach oben hin werden sie deutlich länger, da sich die Elche beim Futtern ja nicht bis ins Unendliche recken können, um sie abzufressen.
Die Landschaft ist wirklich vielfältig und hat ihren Reiz. Das möchte ich mit all meinen Sinnen wahrnehmen. Aber mich ständig um einen französischsprachigen Guide und seine Übersetzerin zu drängen, damit ich verstehe, wie die Landschaft erklärt wird, danach zum nächsten Punkt zu eilen, so etwas liegt mir absolut nicht.
Also trödele ich mich ans Ende der Gruppe, gefolgt nur noch vom Aufpasser.
Angeblich hätten Touristen heute schon Schaden genug im Gebiet angerichtet, weswegen wir so eng an der Leine geführt würden. Allerdings gibt es noch diverse andere Aussagen. Jeder erzählt, was ihm gerade einfällt. Mit anderen Worten: Nichts Genaues erfahren wir nicht.
Vorne im Bild sind Blumen zu sehen, aber Licht und Schatten sind so extrem in ihrer Ausprägung, dass sich leider weder das eine, noch das andere farblich richtig gut wiedergeben läßt.
Der "Aufpasser" am Ende der Gruppe ist ein Innu.
Die Innu sind ein ehemals im Großraum Quebec beheimateter Stamm der Ureinwohner Kanadas.
Falls ich ihn richtig verstanden habe, leben noch etwa 50.000 im Gebiet von Quebec.
Ich krame aus einer ziemlich verrosteten Schublade meines Gehirns die verbliebenen Französischkenntnisse hervor, worüber er sich offenbar erfreut. Er spricht kein Wort englisch, und irgendwie schaffen wir es, eine lebhafte Unterhaltung zu führen, bei der viel gelacht wird.
Auf einer Visitenkarte, die er mir zum Abschied überreicht, kann ich lesen, dass er offenbar normalerweise viel komplexere Leistungen anbietet, mit vielen Infos über das Leben der "First Nations People".
Einen Miniatur Sprachkurs in der Sprache der Innu habe ich gemacht. Ein bisschen üben müsste ich schon noch, um es korrekt auszusprechen.
Niaut ... au revoir Kuey ...guten Tag
Der Weg verläuft in Kurven, und so kommt nach Kurve in den Wald hinein auch wieder eine große Salzwiese. Auf den Waldböden sprießt das Moos, und von den Ästen hängt es in noch dichteren und längeren Bärten als vorher herunter.
In dem Häuschen kann man sich ein bisschen ausruhen oder bei Unwetter Schutz suchen.
Ich glaube, wir üben gerade die Innu- Sprache. Ganz schön schwierig, für mich jedenfalls.
Das Schilfgewächs, das wir Flaschen- oder Lampenputzergras nennen, wird hier als Würstchen bezeichnet. Mein Innu- Begleiter amüsiert sich köstlich über unsere Wortwahl.
Im Naturpark leben verschiedene Tierarten, auch Rotfüchse. Gesehen haben wir keinen, aber auf seine deutliche Hinterlassenschaft auf dem Holzsteg sollten wir nicht treten!
Zwischen Dünen führt ein kurzer Weg auch schon wieder zum Bus.
Ein bisschen Strand muss auch noch sein, und wenn es nur für 2 Minuten ist...
Der Bus legt auf dem Rückweg mal wieder den Schnellgang ein. Wegen eines zuvor verspäteten Busses sind wir auch verspätet, und so bringt die fixe Durchfahrt durch den Ort auch nur Gewissheit, dass da nicht viel los ist. Es geht so schnell, dass es die meisten gar nicht mitbekommen, da es auch keine Ansage im Bus gibt.
Allerdings schwärmen am Abend einige Gäste von einem kleinen, mit Kuriositäten angefüllten Antiquitätenladen. Und manch einer hat sich auch was mitgebracht.
Der nette Kreuzfahrtdirektor läßt es sich wieder einmal nicht nehmen, die Heimkehrer persönlich in Empfang zu nehmen.
Wir werden gleich losfahren. Morgen sollen wir Gaspé erreichen.
Zwischen Dünen führt ein kurzer Weg auch schon wieder zum Bus.
Der Bus legt auf dem Rückweg mal wieder den Schnellgang ein. Wegen eines zuvor verspäteten Busses sind wir auch verspätet, und so bringt die fixe Durchfahrt durch den Ort auch nur Gewissheit, dass da nicht viel los ist. Es geht so schnell, dass es die meisten gar nicht mitbekommen, da es auch keine Ansage im Bus gibt.
Allerdings schwärmen am Abend einige Gäste von einem kleinen, mit Kuriositäten angefüllten Antiquitätenladen. Und manch einer hat sich auch was mitgebracht.
Der nette Kreuzfahrtdirektor läßt es sich wieder einmal nicht nehmen, die Heimkehrer persönlich in Empfang zu nehmen.
Wir werden gleich losfahren. Morgen sollen wir Gaspé erreichen.



























































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