Dienstag, 22. Oktober 2019

kunterbunter Regentag


Der Wetterbericht prophezeit eine Regenwahrscheinlichkeit von 40%. Das sind keine schönen Aussichten, weder für Erika und mich, noch für Marlis, die einen Ganztagesausflug nach Washington macht.
Ich plane um. Das Empire State Building macht heute keinen Sinn. Im MoMA habe ich ein paar Sachen nicht gesehen, also fahre ich noch einmal dorthin.


Ohne Probleme bekomme ich ein Ticket mit meinem New York Pass, der aber nun registriert und damit abgehakt ist. Es herrscht morgens um halb 11 schon ein riesiger Andrang. Das steigert meine Motivation nicht. Ich bleibe bestimmt eine Stunde im Foyer sitzen, lese ein bisschen und beobachte meine Umgebung.



Meine verloren gegangene Energie kann ich nirgendwo entdecken.
Dann taucht Erika auf, und ich fahre mit ihr nach oben und zeige ihr kurz, wo ich was ich gestern sehenswert fand.


Die meisten Räumlichkeiten sind schon brechend voll. Das ist kaum zum Aushalten. Von Spass will ich gar nicht reden. Ich suche mir ein paar Nischen.
Immerhin kann man rausgucken, reingucken, runtergucken und schliesslich wieder runterfahren.






Das nächste Bild gefällt mir besonders gut. Es ist vom mexikanischen Maler Diego Rivera, der 1957 starb. Eine seiner Frauen war Frida Kahlo. Rivera ist auch durch monumentale Wandbilder bekannt geworden. Sein Hauptwerk befindet sich an den Wänden der Gänge und des Treppenhauses im Nationalpalast in Mexico City. Dort konnte ich es vor vielen Jahren bestaunen.


Egal wo man hingeht, nichts als Andrang.


Hier geht's. Aber damit kann ich gar nichts anfangen, auch wenn es noch so ordentlich arrangiert wurde.


Das folgende schöne Werk von Aurèlia Muñoz ist aus Jute und Sisal gewebt, soll einen Vogel mit 4 Schwingen darstellen. Im Raum nebenan sind gewebte Stoffe ausgestellt, sehr viele sind von deutschen Künstlern.


Eine Ruhezone! Wenig Plätze, alle belegt. Sie liegt etwas versteckt.


Das Schönste am Blick nach draußen ist die Rose.


Im Foyer hänge ich noch ein bißchen herum. Glücklich kann mich schätzen, weil ich einen bequemen Sessel ergattert habe.



Jetzt bin ich bereit zu gehen. Einen Schirm aus der Kiste benötige ich nicht, ich habe meinen Knirps dabei. Genau wie in Japan gibt es hier sehr praktische Plastikhüllen, in die man den Schirm gleiten lassen kann, um nicht tropfend durch die Gegend zu laufen.
Ich bewege mich nun ziellos durch die Gegend und lande in einem großen Kaufhaus von Uniqlo.
Uniqlo gibt es schon seit 1949 in Japan, mittlerweile weltweit. Eigentlich haben sie ganz schöne Sachen. Aber wie das mit mir so ist... Dies und Jenes passt und gefällt mir, aber dann lege ich alles wieder weg. Noch mehr Klamotten? Brauch' ich nicht, und ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung.
Einen schönen Kaffee und ein leckeres Teilchen hingegen, selbst wenn es mal wieder von Starbucks ist, welches hier in den Laden integriert ist, das muß jetzt sein.
1 Bagel mit Whipped Cream interessiert mich. Rosinen und Zimt sind im Bagel und die Cream schmeckt so ähnlich wie Schmelzkäse. Merkwürdig, aber essbar.


Währenddessen trudeln von Marlis die Bildnachrichten aus Washington ein. Trotz des Regens bekommt sie viel zu sehen und ist zufrieden mit ihrer Tour.

      
Ich ziehe weiter und bald darauf befinde ich mich schon auf der 5th Avenue, und links von mir steht der "richtige" Trump Tower. Die obersten 3 der 68 Etagen bewohnt er selbst. Wenn er anwesend ist, werden angeblich das Gebäude und die umliegenden Strassen gesperrt. Das scheint nicht der Fall zu sein. Jeder kann reinspazieren, muss sein Gepäck durchleuchten lassen, und das war's auch schon.




Ganz viel Gold und Marmor in dunklem Rosa umgibt mich in den paar Etagen, die man mit den natürlich auch goldenen Rolltreppen erreichen darf. An einer ganzen Wand werden Hängepflanzen von einem Wasserfall beplätschert. In der ersten Etage ist ein Starbucks integriert.



Ich kenne Hähnchengrill, Haxengrill, Würstchengrill. Hier gibt es einen Trump Grill, der entsprechende Schriftzug mittig links auf dem Bild ist nicht so gut zu lesen.
Auf die Speisekarte habe ich nicht geschaut.


Trump's Ice-cream wird ebenfalls angepriesen. Falls jemandem das Bargeld ausgeht, kein Problem!  Gleich daneben gibt es einen Automaten.






Links Werbung für die nächste Wahlkampagne im Untergeschoss, rechts eine kleine Auflistung der Büros. Und unten ein paar Fotos seiner weltweiten Prachtbauten. Im Souterrain zeigt Trump die Faust und trommelt für den nächsten Wahlsieg.




Ein paar Schritte weiter hat es noch einen Shop, in dem Mann, Frau und Kinder sich vernünftig einkleiden können. Selbst an die Picknickdecke ist gedacht! Kaffeebecher, Schirmkappen und Rucksäcke sind selbstverständlich auch im Angebot.




Für heute habe ich hier genug gesehen. Rundumher haben sich teuersten Läden niedergelassen. Was für ein Glück, wenn man hier wohnt und es nicht so weit zum Shoppen hat! Gleich zur nächsten Tür rein geht's zu Tiffany. Das Foto zeigt nur ein bescheidenes Fensterchen von dem Laden.


Gucci, Prada, Armani und Co sind selbstverständlich auch nicht weit.


Jetzt bin ich schon nahe beim Central Park und biege aber in die Lexington Avenue ab.


Vom Wetter abgesehen, ist es recht interessant hier. Das grüne Taxi vor dem tollen Garagentor kommt aus Harlem. Grüne dürfen nur nach Downtown fahren, aber keine Kunden einsammeln, um sie herumzukutschieren. Das ist ihnen nur nordwärts in (oder ab?) Harlem erlaubt.


Mein Regenschirm wackelt ganz schön vom Wind und Regen. Noch hält er durch.



Die Damen haben sich bei einer traditionellen Buchhandlung ins Trockene gebracht. Ich muß weiter.


Ich entdecke endlich die Metrostation, an der es Kunst von Elisabeth Murray geben soll. Das Ganze hat sie "Blooming" genannt. Ich habe wieder einmal mehr das Problem, dass es mir nicht gelingt, alles zu finden. Und einen Wegweiser zu den anderen Bahnsteigen, die alle hier an der Haltestelle Lexington Ave. und 59th Street, gibt es nicht. Zuerst stoße ich auf kleine Werke, bis ich auf einmal in einer völlig ausgestalteten Halle stehe. Gefühlt 2 Stunden hat meine Sucherei hier gedauert.

 










Weiter komme ich nicht. Die Bahn kann ich auch nicht gebrauchen, sie ist mir auch zu voll.


Also fahre ich nach oben. Gezählt habe ich nicht, wie oft ich diese irre hohen Rolltreppen bei meiner Suche hoch und runter gefahren bin. Allerdings habe ich nicht viele Stationen kennengelernt, an denen es überhaupt Rolltreppen gab. Meistens ist Beinarbeit gefragt.


Von der Haltestelle ist es nicht weit bis zu Bloomingdale's.


Das Kaufhaus Bloomingdale's ist bereits seit 1886 in diesem Haus an der Lexington Avenue.
Auch hier sind alle -für manche Leute- wesentlichen Edelmarken vertreten.


Momentan regnet es kaum noch, da peile ich auf meinem Weg zur Metro noch kurz den Center Park an. Die Querstrassen haben auch Interessantes zu bieten.






Hinter mir kommt das schlechte Wetter wieder angeschlichen. Vor mir, am Central Park sieht es besser aus.



Die Stimmung im Park könnte nicht besser sein. Daher ziehe ich meinen Spaziergang noch ein bisschen in die Länge.










Ich bin wieder am Columbus Circle, steige in die Linie 1 und bin froh, als ich die Wohnung wieder betrete.


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