Heute will ich ins MoMA - Museum of Modern Art.
Vorgestern war die Wiedereröffnung.
Erika und Marlis werden heute die Bootstour machen. Ich habe beschlossen, sie zu verschieben oder gar nicht zu machen. Alles geht nicht. Die zweieinhalbstündige Tour soll sehr schön gewesen sein, führte allerdings nicht wie versprochen einmal um ganz Manhattan, sondern bediente nur ein Teilstück hin und zurück.
Um 10 verlasse ich die Wohnung. Keine 5 Minuten sind es bis zur nächsten Haltestelle der Metro.
Eine halbe Stunde später bin ich schon drin. Ich werde mit meinem Ticket einfach durchgelassen, das heißt, dass ich es ruhig morgen noch einmal versuchen könnte.
Allzu voll ist es zuerst nicht, dann setzt doch der Ansturm ein. Schließlich war das Museum monatelang wegen Erweiterung- und Renovierungsarbeiten geschlossen. Da gibt es jetzt ein um so größeres Interesse.
Vor allem in der obersten Etage sind ein paar interessante Installationen zu sehen.
Eine Etage tiefer dann viele Klassiker der Malerei. Mehr als ein paar Beispiele meiner Favoriten kann ich nicht bringen. Es sind unendlich viele tolle Werke dabei.
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| Florine Stettheimer |
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| René Magritte |
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| Salvador Dalí |
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| Henri Rousseau |
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| Pablo Picasso |
Keith Haring darf natürlich nicht fehlen. Er besetzt gleich drei Wände. Das Panoramabild versucht es zu zeigen.
Ich wechsle nun die Etage.
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| da guckt aber einer... |
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| Wo kommt das denn her? |
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| Bequemlichkeit |
Patty Hearst, eine Millionenerbin, wurde 1974 entführt. Sie war damals 19 Jahre alt. Später schloß sie sich ihren Entführern an und wurde zu einer gesuchten Bankräuberin. Ihre spätere Begnadigung hatte sie Jimmy Carter zu verdanken. Ich erinnere mich sehr gut an diese Geschichte!
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| So kann man die Heilige Jungfrau auch sehen. |
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| Wie war das noch im Juni 1989 ? |
Weiter unten geht es etwas heiterer zu.
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| Ah! Sowas habe ich doch schon in der Metro gesehen.... |
Nach 3 Stunden habe ich genug und muss an die Luft.
Am Rockefeller Center gefällt es mir immer wieder gut. Hier fahren wenigstens keine Autos, und die restlichen Geräusche kann ich meistens ausblenden.
Ich setze mich dort in die Sonne und genieße ein leckeres Brötchen und einen guten Kaffee. Meine letzten Nüsse habe ich schon aufgeknabbert.
Rundherum sehe ich Verliebte und Selbstverliebte, die das Telefon auf dem Tisch halten und sich räkelnd in allen möglichen Positionen fotografierender filmen. Für sich oder den Partner am Telefon, das ist trotz aller Lautstärke nicht immer auszumachen.
Andere stehen nur herum und telefonieren lautstark mit ihren Geschäftspartnern, so als seien sie im eigenen Büro und vor allem alleine auf der Welt.
Irgendwie ist es mir hier in dieser Stadt fast überall zu laut.
Ich glaube, ich sollte mich mal wieder in den Central Park zurückziehen!
In der Bouchon Bakery, wo ich meinen leckeren Kaffee herhabe, kostet ein vielleicht 10 cm langes dünn belegtes schmales Baguettestückcken um die 10$.
Vor mir sitzt eine vierköpfige Familie. 4 Getränkefläschchen mit je 250ml Inhalt, 4 Minibaguettes, und schon zieht es dem Vater 70$ aus der Tasche. Die Kinder könnten satt geworden sein, die Eltern machen wahrscheinlich gerade Diät.
Arm darf man hier nicht sein. An jeder Ecke wird mir das bewußt.
Es gibt relativ viele Obdachlose, die teilweise in erbärmlichen Zustand selbst bei Regen in einer Ecke auf dem Bürgersteig herumliegen. Ob geduldet oder nicht, das ist mir nicht klar geworden. Nur einmal habe ich erlebt, dass ein Mann von einem Polizisten verscheucht wurde.
Ich laufe noch ein bißchen herum. Auch hier im Centrum wird umgetopft. Sommerblumen gegen Kohlgemüse.
Ein großes Spielwarengeschäft läßt kleine Kinderaugen groß werden. Der Herr hat einen Job als Lockvogel.
Gegen 17 Uhr treffe ich mich mit Marlis am Times Square.
Wie üblich ist hier Trubel. Menschen, Verkehr und Werbung laufen zu Hochtouren auf.
Die Figuren aus Sesamstrasse und Co habe ich an anderen Tagen noch nicht gesehen. Wofür sie werben, ist mir nicht klar geworden. Ein bisschen kamerascheu scheinen sie zu sein. Vielleicht sollen sie Werbung machen und haben keine große Lust dazu. Den Eindruck hinterlassen sie jedenfalls bei mir. Ein einziges Mal stellen sie sich mit jemandem zum Foto zusammen. Eventuell hat derjenige ein Geschäft mit ihnen gemacht.
Große Unternehmungen sind nicht mehr drin, aber wir wollen noch ein paar Metro- Haltestellen mit Kunst suchen, wohl ahnend, dass das schweißtreibend werden kann.
Es hat den Anschein, als seien hier fast alle Gänge mit diesen relativ kleinen Objekten übersät. Es will wirklich kein Ende nehmen. Irgendwann zücken wir die Kameras nicht mehr.
Statt wie erwartet an einem anderen Ende wieder aufzutauchen, kommen wir da wieder hoch, wo wir angefangen haben.
Wir fahren zu einer anderen Station.
Bei der nächsten Station gibt nicht nur Kunst an der Wand zu bewundern, sondern auch Livemusik.
Wir finden Sachen, die wir nicht gesucht haben, aber auch 2 Objekte, die besonders bekannt sind und auf unserer Wunschliste stehen. Jetzt kommt schon das erste davon!
Danach geht gar nichts mehr. Hier ist niemand zu sehen, den man nach dem Weg fragen könnte. Alles ist leer, ein bisschen gammelig, und Treppenaufgänge zu finden ist mühsam. Wir lassen uns nicht entmutigen.
Einfach ist es nicht. Hilfe ist wirklich von niemandem zu erwarten, alle machen große Augen, wenn man nach bekannten Kunstwerken in der Station fragt, bei der sie gerade stehen. Auch am Infoschalter nur große Augen und Kopfschütteln.
Nur mit Geduld, Ausdauer und einer gewissen Leidensbereitschaft kommt man hier weiter. Wir starten einen letzten Versuch, wechseln oberirdisch die Station.
Am Ende sind wir erschöpft, schweißgebadet, aber auch ein bißchen zufrieden mit der Ausbeute.
Welch eine Überraschung! Mit den Hunden hätten wir nun gar nicht gerechnet. Aber das ist ein wirklich schöner Abschluß für heute!

Jetzt haben wir für heute genug gesehen! Wir fahren "heim". Marlis muß morgen sehr früh raus. Sie macht einen Ganztagesausflug nach Washington und wird erst in der Nacht zurück sein.

































































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