Die erste Nacht in der neuen Umgebung ist geschafft, neun davon haben wir noch vor uns.
Um halb 11 haben wir uns ein Wochenticket für die Metro gekauft und sitzen gleich in der Metro in Richtung Times Square.
Selten habe ich Geschäfte in den Stationen gesehen, aber hier könnte man gleich zum Rasieren gehen.
In der Stadt ist schon wieder der Teufel los. Es heißt ja, New York schlafe nie. Momentan ist in Europa Ferienzeit, also bevölkern auch unzählige Familien mit Kindern die Strassen und alle in Frage kommenden Besichtigungspunkte. Deutsch höre ich alle paar Meter. In den Seitenstrassen ist es leerer.
Bei Madame Toussauds will ich mein Ticket für den New York Pass abholen, den wir 3 schon von Deutschland aus bestellt und bezahlt haben. Einfach ist es nicht! Grundsätzlich scheint man in deren System unauffindbar zu sein, Unfreundlichkeit ist an der Tagesordnung. Man wiederholt einfach stoisch seine Vorstellungen, und letztendlich hat man Gewünschte auch in der Hand.
Große Lust hat keiner von uns auf dieses Haus, aber da wir nun schon einmal hier sind und mit dem Ticket umsonst reinkommen, gehen wir im Geschwindschritt einmal von oben nach unten durch die Abteilungen. Ich finde es hier aufdringlich laut und wundere mich über viele, meiner Meinung nach richtig schlechte Wachsfiguren. Victorias Secret begrüßt die Besucher gleich nach dem Eintritt.
Weder Kennedy, noch Prinz William finde ich gelungen. Viele andere auch nicht. Nur ein paar Figuren gefallen mir. Wir sind glaube ich alle 3 froh, als wir dem Gelärme entfliehen können.
Entspannend ist für mich nur das schnelle Tässchen Tee bei der Queen.
Danach muss ich bei Sephora 2 Tuschkästen besorgen. Das ist ein Auftrag von zu Hause, und die Tuschkästen sind teure Schminkkästen, die für mich wie Tuschkästen aus der Schulzeit aussehen.
Ein paar Schritte sind es noch bis zum Times Square. Der Trubel ist natürlich nicht geringer geworden. Empfangen werden wir von einem Cowboy in Unterhosen, den Freunde von mir wohl schon vor Jahrzehnten glauben, dort gesehen zu haben. Scheint ihm gesundheitlich also nichts anzuhaben, diese Art von Bekleidung.
Dadurch, dass es eine große Empore mit vielen Treppenstufen gibt, auf denen man sich niederlassen kann, hat es trotz der Menschenmassen und des allgemeinen Lärms, gleichzeitig etwas von Ruhezone an sich, zumindest wenn man sich oben auf den Stufen befindet.
Hochzeitspaare tummeln sich nach Anweisung ihres Fotografen, ganz besonders eifrig scheint diese Chance von Asiaten genutzt zu werden.


Wir trennen uns und verabreden uns an der St. Patrick Cathedral. So kann jeder nach seiner eigenen Geschwindigkeit vorwärts kommen.
Direkt neben den Glaskästen fristet oft auch noch manch schöner älterer Bau sein Dasein.
Viele Raucher haben nicht so ein schönes Plätzchen vor ihrem Büro, um ihren blauen Dunst zu verbreiten.
Ich suche mir meinen Weg zum Rockefeller Center und schaue den Schlittschuhläufern auf dem Eisfeld der Rockefeller Plaza zu, die seit 4 Tagen wieder ihre Runden vor dem vergoldeten Prometheus drehen können.
Man kann Kaffee trinken, auf einem Mini Food Market einkaufen, sich eine Lobster Roll einverleiben oder einfach nur staunen.
Die etwa 14 Gebäude des Rockefeller Centers umfassen mehrere Strassenblöcke, haben viele auffällige Dekorationen, viele davon im Art- Deco- Stil. Es gibt eine sicher sehr interessante Führung, aber man kann nicht alles machen in ein paar Tagen. New York ist riesig und meine Neugierde ist es auch.
Ein bisschen Umherstreifen und die Augen in alle Richtungen schweifen lassen, das muss reichen, denke ich mir. Aber wenn man erst einmal anfängt mit den Entdeckungen an den Wänden, hört es gar nicht mehr auf.
1939 wurde das letzte Gebäude fertig gestellt, später kamen noch mehrere Bürotürme dazu.
Die "Radio City Music Hall" gehört auch dazu. Hier können 6000 Menschen auf einmal an einer Veranstaltung teilnehmen. Ursprünglich sollte hier ein Opernhaus entstehen, aber dank des Börsencrashs von 1929 wurde daraus statt dessen ein Konzerthaus für erstklassige Veranstaltungen. An das Fotografieren wurde beim Bauen nicht gedacht...

Unterirdisch sind die Gebäude durch eine Einkaufspassage und Restaurants verbunden. Für mich wird es schnell zum Irrgarten, und ich trete die Flucht an. Die Glaswand bei den Cafés finde ich interessant.
Oben ist eine Feuerwehrstation integriert. Feuerwehren habe ich nicht entdeckt, nur den Schriftzug, pompöse Deckenmalereien und Marmorwände. Vielleicht ist es eher die Kommandozentrale der Feuerwehren.
Ich merke, ich hätte mich wohl doch für eine Führung anmelden sollen, es ist sehr viel, was man hier sehen und erfahren könnte. Zu Hause hatte ich mich voll dagegen entschieden.
Auf die Aussichtsplattform des höchsten Rockefeller Gebäudes in einer luftigen Höhe von 260 Metern -The Top of The Rocks- werde ich demnächst gehen. Das Wetter muss besser sein.
In der St. Patrick's Cathedral spielt es keine Rolle, wie das Wetter ist.
1858 fing man an, sie zu erbauen und arbeitete fleißig weiter, für die nächsten 20 Jahre. Die Türme an der Westfront kamen später hinzu. Sie ist die größte im neugotischen Stil erbaute Kathedrale Amerikas. Der Bischof des Erzbistums New York hat in dieser aus weißem Marmor erbauten Kathedrale seinen Amtssitz.
Innen wirkt sie echt groß auf mich, während ich sie von außen als zwischen den sie umgebenden Häusern als regelrecht zusammengequetscht erlebe.
Zu dritt überqueren wir noch einmal die Rockefeller Plaza, als es urplötzlich anfängt, wie aus Kübeln zu gießen. Angekündigt war das ja bereits, und die dunklen Wolken schwebten seit dem Morgen über uns. Das Kunststück, jetzt gleich ein trockenes Plätzchen zu finden gelingt uns auch, wenngleich es in dem schmuddeligen Starbucks um die Ecke nicht besonders anheimelnd ist. Aber immerhin, einen Stuhl hat jeder bekommen und einen heißen Kaffee auch!
Die Metropläne sind studiert, der Weg ist klar. Wir wollen heute noch ins American Museum of Natural History. Erika ist schon an der Sperre.
In den Gängen der Metrostation weisen entsprechende Mosaike auf das nahe Museum hin.
Dummerweise kommen wir an dem von uns vermuteten repräsentativen Haupteingang nicht rein, sondern müssen im Dauerregen noch einmal ein großes Stück zurück laufen.
Dank unseres New York Passes ist der Einlass dort schnell geregelt, und das Haus steht uns offen. Allzuviel Zeit haben wir allerdings nicht mehr. Es ist schon später Nachmittag, und es ist sehr voll. Es scheint ein jüdischer Feiertag zu sein, denn es sind Heerscharen von orthodoxen Familien unterwegs. Die meisten davon sind mit ihren zahlreichen Kindern da, für die es in diesem Museum ja auch eine Menge zu sehen gibt.
Wegen der relativen Zeitknappheit mache ich einen Schnelldurchgang und komme doch nicht überall hin. Die Orientierung zwischen den Abteilungen finde ich kompliziert. Treppenhäuser sind nie da, wo ich sie vermute, und besonders in den Verbindungsgängen schieben sich die Menschenmassen. Bei dem Wetter haben natürlich auch andere die Idee, ins Museum zu gehen.
Am interessantesten finde ich den großen Willamette Meteoriten, der 1902 gefunden wurde, wohl aber schon etwa 15.000 Jahre zuvor in Kanada auf die Erde gestürzt sein soll.
Durch Gletscherbewegung soll er dann an seinen Fundort gelangt sein. Es ist ein Meteorit mit einem Eisengehalt von circa 92%. Die Löcher sind im Laufe der Jahrhunderte durch Korrosion entstanden. Er ist der größte in Amerika entdeckte Meteorit und gehört zu den größten weltweit.
Etwas zu lange halte ich mich bei den Sauriern auf. Als mir klar wird, dass die Zeit knapp wird, eile ich durch eine sehr schöne Abteilung mit sehr vielen, extrem gut gemachten Dioramen.
Die Abteilung über die Ureinwohner Amerikas kommt mir kleiner vor, als die über den vorderen Orient und andere Gegenden Reitweg von Amerika. Aber der Kopf schwirrt mir jetzt sowieso, und eine halbe Stunde vor Schluss wird durch die Lautsprecher dann auch schon auf das Ende des Öffnungszeit hingewiesen.
Diese Abteilung sehe ich beim Rausgehen nur noch von Weitem. Sie widmet sich wohl den Lebewesen im Wasser.
Während es anfangs hieß, man käme nur an einer bestimmten Türe raus, sitzen dann Erika und ich schon draussen, halb geschützt vor Regen. Marlis ist verschwunden, sie war zu einer völlig anderen Tür dirigiert worden. Später haben wir alle Internet, da ist sie schon auf dem Weg zur Bahn. Wir hinterher.
Die Bahnen sind fast so voll wie in Japan, nur wird hier nicht noch von aussen gedrückt und geschoben. Ich habe Glück, eine junge Frau bietet mir ihren Sitzplatz an.
Erika steigt richtig aus, ich probiere es schonmal 2 Haltestellen zu früh. 8 Minuten später kommt die nächste Bahn, und so trudele auch ich noch nass und ansonsten wohlbehalten in der Unterkunft ein.
In den Schuhen steht das Wasser, im Rucksack ebenso. Bei meinem Reiseführer muss ich mühsam zum Trocknen die einzelnen Blätter voneinander trennen.



































































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