Leider hat sich die Sonne verzogen, und uns erwartet ein trüber Tag.
Für seine Umgebung und für das Captain Cook Denkmal ist die Stadt mit ihren 20.000 Einwohnern bekannt. Im Winter kann man in der Umgebung Skilaufen, aber auch die Jadggründe sind nicht zu verachten. Sie locken zahlungskräftige Touristen an. 10.000 Euro soll die reine Lizenz für 6 Tage kosten. Dabei ist kein Elch garantiert!
Von Kreuzfahrtschiffen aller Größen wird sie angefahren, und eine gewisse Infrastruktur zur Bewältigung der teils sehr vielen Gäste wurde geschaffen. Wie sie funktioniert, werden wie sehen. Die Begrüßung am Hafen ist freundlich, mit Musik, kostenlosen Ansteckern und Kofferanhängern mit Motiven aus Neufundland.

Im 2. Weltkrieg waren in Corner Brook deutsche Kriegsgefangene interniert, von denen seien eine ganze Menge nach 1951 zurück gekommen, um sich dauerhaft hier niederzulassen. Deutsche Nachnamen könne man noch an vielen Klingelschildern entdecken.
Wirtschaftlich interessant sind hier Holz-, Papier-, Zellstoff und Fischereiindustrie gewesen. Vieles hat sich mittlerweile geändert. 1992 gab es wegen der Überfischung des Meeres eine große Kabeljaukrise. Diese hatte sich schon lange angedeutet, wurde aber ignoriert. Mit Schleppnetzen wurde das fischreiche Meer vor Neufundland leergefegt, das Aussterben der Art drohte. Von heute auf morgen verloren viele Fischer ihre Existenz als das Fangmoratorium in Kraft trat.
Es sollte zunächst nur 2 Jahre gelten, wurde aber immer wieder verlängert. Bis heute hätten sich die Kabeljaubestände nicht richtig erholt. Während früher der Export blühte, wird heute gerade noch der heimische Markt mit Kabeljau und Makrele bedient. Der Hummerfang beschränkt sich auf wenige Monate im Jahr, weswegen überall die Fangkästen an Land gestapelt sind.
Die Zementherstellung sei noch lukrativ. Die Papier- und Zellstoffproduktion und damit auch die Holzindustrie sind nicht mehr ganz das, was sie einmal waren. Aber immerhin ist die Fabrik noch der größte Arbeitgeber der Region.
Im Zeitalter von Email und anderen elektronischen Möglichkeiten ist der Verbrauch von Papier geschrumpft. Zeitungen werden auch immer häufiger online gelesen. Noch steigt aber reichlich Rauch aus aus den Schloten der Fabrik in Corner Brook auf.
Es ist ziemlich kalt heute. Der Hurrikan, dem wir entgangen sind, hat die Temperaturen auf für diese Zeit ungewöhnliche 5 Grad gedrückt. Auch der Klimawandel wird für diese aussergewöhnliche Kälte verantwortlich gemacht.
Ich entschliesse mich, den von der Stadt angebotenen Shuttle Bus zu nehmen. Einen Ausflug habe ich erst für Nachmittag gebucht.
Einfach ist es nicht, einen Platz im Bus zu ergattern. Er fährt offenbar nur alle halbe Stunde und ist viel zu klein für die Menge der Leute, die einsteigen wollen. Wie machen die das dann wohl machen, wenn ein Schiff mit 3000 oder mehr Passagieren ankommt?
Im eiskalten Wind verpasse ich um Sekunden den ersten Bus. In der Annahme, 5 Minuten später ist der nächste da, warte ich. Völlig durchgefroren komme ich gerade noch in den zweiten. Einige Leute geben genervt auf, marschieren zu Fuß los oder kehren aufs Schiff zurück. Eigentlich ist das Ganze ein Witz, denn wie sich später herausstellt, ist der Weg für mobile Leute sehr gut in 10- maximal 15 Minuten zu schaffen.
Ich entdecke während der Fahrt die Stadtmitte, aber der Bus hält nicht! Einige Leute sind genauso konsterniert wie ich, andere scheinen sich informiert zu haben. In einem riesigen Bogen umfährt der Bus die halbe Stadt, um an einem Einkaufszentrum anzuhalten. Erst danach lässt er die Leute in der Stadt aussteigen. Kein Wunder, dass er erst nach einer halben Stunde wieder am Schiff ist!
Ich suche eine Apotheke und werde in einem Kramladen für alles fündig. Weit und breit entdecke ich kein anderes Geschäft. Viel gibt es hier nicht, dafür von allem ein bisschen.
Für viele alltägliche Medikamente wird streng eine ärztliche Verordnung vom einheimischen Arzt verlangt, der natürlich seine Praxis nicht geöffnet hat.
Am Tresen werde ich wortreich von einer Einwohnerin begrüsst, umarmt und zum Abschied abgebusserlt. Sie spricht so schnell, dass ich nicht einmal die Hälfte verstehe. Die Apothekerin kennt sie wohl gut, rollt dann freundlich mit den Augen und meint, ich solle das alles nicht so ernst nehmen. Wahrscheinlich hatte die nette Dame schon ein bisschen tief ins Glas geschaut. Sie ist wohl hier gut bekannt und wenigstens nicht mit dem Auto unterwegs!
In der Stadt scheinen mir nur ein paar Touristen vom Schiff unterwegs zu sein und einige nette Einwohner, die bereitstehen, um diesen mit Rat zur Seite zu stehen.
Lang ist die Hauptstrasse nicht, und viel zu sehen gibt es auch nicht. Kirchen dürfen nicht fehlen. Im Ortskern habe ich aber nur 2 entdeckt.
Die Autos parken alle auf den Zufahrten. Ob wohl das Parken am Strassenrand untersagt ist? Gleich hinter der einen Häuserreihe ragen bewaldete felsige Hügel empor.
Diese Kirche (oben) steht gegenüber der City Hall von Corner Brook, direkt davor wird glaube ich an den 2. Weltkrieg und Gefallene erinnert.
Aus einem Bus steigt unverhofft Marlis aus, die auf der Suche nach einem Geldautomaten ist. Gemeinsam probieren wir dann 2 Automaten aus und haben bei Nummer 2 Erfolg. Man wisse nie, welche Bank gerade einmal wieder so gnädig sei, Geld auszuspucken. So ähnlich drückte sich ein Einheimischer am Infostand aus.
Wir begeben uns mit unseren kanadischen Dollars in der Tasche auf dem Heimweg zum Schiff, sind fast irritiert darüber, wie kurz der Weg ist.
Wenn wir ein Auto dabei hätten, könnten wir gleich die Auffahrt zum Trans Canada Highway Nummer 1 nehmen. Der Highway endet in östlicher Richtung in St. John's, wo wir leider nicht anlanden konnten. In westlicher Richtung durchquert er ganz Kanada und führt bis nach Vancouver. Insgesamt ist er rund 8000km lang und damit eine der längsten Autobahnstrecken der Welt.
Wir müssen aber zurück zum Schiff und lassen uns dabei von den weißen Würsten am Himmel begleiten.
Die Hänge hinter fast jeder Strasse sind felsig, und so zieht sich die Bebauung fast überall den Berg hinauf.
Gut, dass es Wegweiser gibt...
Die Stunden im Hafen werden genutzt, Nachschub für die Küche wird angeliefert, oder der Müll wird abgeholt. Die Ausflugsbusse sind schon in Wartestellung. Ein paar Schulbusse sind auch dabei. Die werden hier zum Transport für Touristen benutzt, wenn sie gerade nicht damit beschäftigt sind, Schüler herum zu fahren.
Gleich nach dem Mittagessen geht die Tour los.
Bevor wir die Stadt verlassen, ist uns noch ein Blick auf das Gelände hinter der Fabrik gegönnt. Hier stapeln sich Unmengen an Baumstämmen und warten darauf, in zartes Papier verwandelt zu werden.
Wir fahren durch interessante Landschaft, vorbei am Meer, an Wäldern und kleinen Flussläufen. Leider ist es sehr trüb, dauernd fängt es an zu nieseln. Ausflugswetter ist das eigentlich nicht.
Die Qualität der Bilder lässt zu wünschen übrig. So ist es eben, wenn man aus dem fahrenden Bus heraus versucht, etwas festhalten.
Die Berge hier sind die nördlichsten Ausläufer der Appalachen, die bis nach Neufundland reichen. Die Orte der Umgebung sind sehr klein, 200- 300 Einwohner seien üblich. Aber man sieht über weite Strecken nur ab und zu ein Haus.
Stadtnah stehen die Häuser enger beieinander und haben oft keine Garage. Parkplatz auch für mehrere Autos sind dann die Zufahrten auf dem eigenen Grundstück. Genau wie in der Innenstadt.
Wie schon gewohnt ist fast alles sehr ordentlich und gepflegt. Mal zieren asiatische Löwen die Eingänge, mal ist es ein Miniaturleuchtturm, der den Garten behütet.
Die Garagen sind oft genau so riesig wie das Wohnhaus. Eigentlich wirken sie dann wie die andere Hälfte eines Doppelhauses. Schneemobil, Rasenmäher, Boot, Wohnmobil, Hummerkäfig und Alltagsauto stehen fein säuberlich aufgereiht neben dem Holzvorrat für die langen Winter. Das Kinderfahrzeug hat sich ebenfalls eingereiht und liegt nicht achtlos auf dem Rasen herum.
Selten einmal unterbrechen solche Anblicke direkt an der Strasse die Bilderbuchidylle. Bastler und Eigenbrötler wohnen wohl woanders.
Im Winter wird es hier sehr kalt, und es gibt Unmengen Schnee. Um ein Schneemobil kommt man hier also nicht herum, es scheint mir eher überlebenswichtig zu sein. Kein Wunder also, dass man mit einer von unseren Minigaragen gar nicht auskommen würden.
Der Leuchtturm ist relativ klein. Da würde es schon Sinn machen, die Kirchtürme in Leuchttürme umzuwandeln. Die sind nämlich manchmal deutlich höher.
Nun kommen viel Inseln in Sicht. Nicht umsonst heisst die Gegend ja: Bay of Islands.
An einem Aussichtspunkt ( Bottle Cove) ist genügend Zeit, bis zum Wasser zu gehen. Die Umgebung ist geprägt vom Meer mit seinen Wellen, den schroffen felsigen Appalachenausläufern entlang der Küste und den Wäldern. Ein paar Häuser entdecke ich auf dem gegenüberliegenden Landstrich.
Es soll hier so schön sein, dass sich viele Menschen Ferienhäuser zugelegt hätten. Mir fehlt die Sonne und vor allem die Zeit, die Gegend zu erkunden. Viel lieber hätte auf das freundliche Kaffeetrinken plus Basarangebot in der nahen anglikanischen Gemeinde von Lark Harbour verzichtet und statt dessen einen ausgiebigen Spaziergang am Meer gemacht.
Ich schleiche ein bisschen um das Gemeindehaus herum, kann mich aber nicht weit entfernen, weil es keine genaue Abfahrtszeit gibt.
Wir sitzen heute wieder in einem normalen Bus. Die Schulbusse sollen aber nicht weniger komfortabel sein. Die trübe Aussicht durch nasse Scheiben verbessert die Stimmung nicht.
Noch einen kurzen windigen Stopp gibt es am kleinen Hafen bei Frenchman's Cove, das wir auf dem Hinweg schon durchfahren haben. Im 16. Jahrhundert gab es hier eine kleine französische Fischersiedlung.
Danach fahren wir noch zum Captain Cook Denkmal, unserem letzten Programmpunkt..
Der Bus schraubt sich durch bunt gefärbte Wälder hoch zum Monument. Captain Cook hat der Bucht den Rücken zugewandt und schaut lieber auf die flammenden Wälder und die Kopie der Seekarten seiner Weltumsegelung 1764
Seine akkuraten Karten sind auch heute noch tauglich und nicht in Vergessenheit geraten! Seine Statue steht in einem Park auf der Spitze des Crow's Hill. Ein schönes Plätzchen hat er hier bekommen.
Von dort oben hat man eine tolle Sicht auf die Bay of Islands, zu der viele Inseln zählen und die sich in 3 Fjorde verzweigt. Corner Brook, das jetzt zu unseren Füssen liegt, liegt da, wo der Fluß Humber in den Fjord mündet, weswegen dieser Teil auch Humber Arm genannt wird.
Deutlichstes Wahrzeichen dieser Stadt ist allerdings für mich das nicht endende Rauchgeschwader über ihr.
Das Begrüßungskomitee hat schon eingepackt. Viele Schiffe werden in dieser Saison wohl nicht mehr vorbei kommen.
Auch wir können uns jetzt auch wieder ins Warme zurückziehen.
Begeisterungsstürme hat der Ausflug nicht ausgelöst bei mir, was wohl an verschiedenen Faktoren liegt. Mit mehr Zeit hätte das Wetter wahrscheinlich weniger eine Rolle gespielt.
Morgen ist Erholung angesagt, es ist Seetag.
Einfach ist es nicht, einen Platz im Bus zu ergattern. Er fährt offenbar nur alle halbe Stunde und ist viel zu klein für die Menge der Leute, die einsteigen wollen. Wie machen die das dann wohl machen, wenn ein Schiff mit 3000 oder mehr Passagieren ankommt?
Im eiskalten Wind verpasse ich um Sekunden den ersten Bus. In der Annahme, 5 Minuten später ist der nächste da, warte ich. Völlig durchgefroren komme ich gerade noch in den zweiten. Einige Leute geben genervt auf, marschieren zu Fuß los oder kehren aufs Schiff zurück. Eigentlich ist das Ganze ein Witz, denn wie sich später herausstellt, ist der Weg für mobile Leute sehr gut in 10- maximal 15 Minuten zu schaffen.
Ich entdecke während der Fahrt die Stadtmitte, aber der Bus hält nicht! Einige Leute sind genauso konsterniert wie ich, andere scheinen sich informiert zu haben. In einem riesigen Bogen umfährt der Bus die halbe Stadt, um an einem Einkaufszentrum anzuhalten. Erst danach lässt er die Leute in der Stadt aussteigen. Kein Wunder, dass er erst nach einer halben Stunde wieder am Schiff ist!
Ich suche eine Apotheke und werde in einem Kramladen für alles fündig. Weit und breit entdecke ich kein anderes Geschäft. Viel gibt es hier nicht, dafür von allem ein bisschen.
Für viele alltägliche Medikamente wird streng eine ärztliche Verordnung vom einheimischen Arzt verlangt, der natürlich seine Praxis nicht geöffnet hat.
Am Tresen werde ich wortreich von einer Einwohnerin begrüsst, umarmt und zum Abschied abgebusserlt. Sie spricht so schnell, dass ich nicht einmal die Hälfte verstehe. Die Apothekerin kennt sie wohl gut, rollt dann freundlich mit den Augen und meint, ich solle das alles nicht so ernst nehmen. Wahrscheinlich hatte die nette Dame schon ein bisschen tief ins Glas geschaut. Sie ist wohl hier gut bekannt und wenigstens nicht mit dem Auto unterwegs!
In der Stadt scheinen mir nur ein paar Touristen vom Schiff unterwegs zu sein und einige nette Einwohner, die bereitstehen, um diesen mit Rat zur Seite zu stehen.
Lang ist die Hauptstrasse nicht, und viel zu sehen gibt es auch nicht. Kirchen dürfen nicht fehlen. Im Ortskern habe ich aber nur 2 entdeckt.
Die Autos parken alle auf den Zufahrten. Ob wohl das Parken am Strassenrand untersagt ist? Gleich hinter der einen Häuserreihe ragen bewaldete felsige Hügel empor.
Diese Kirche (oben) steht gegenüber der City Hall von Corner Brook, direkt davor wird glaube ich an den 2. Weltkrieg und Gefallene erinnert.
Aus einem Bus steigt unverhofft Marlis aus, die auf der Suche nach einem Geldautomaten ist. Gemeinsam probieren wir dann 2 Automaten aus und haben bei Nummer 2 Erfolg. Man wisse nie, welche Bank gerade einmal wieder so gnädig sei, Geld auszuspucken. So ähnlich drückte sich ein Einheimischer am Infostand aus.
Wir begeben uns mit unseren kanadischen Dollars in der Tasche auf dem Heimweg zum Schiff, sind fast irritiert darüber, wie kurz der Weg ist.
Wenn wir ein Auto dabei hätten, könnten wir gleich die Auffahrt zum Trans Canada Highway Nummer 1 nehmen. Der Highway endet in östlicher Richtung in St. John's, wo wir leider nicht anlanden konnten. In westlicher Richtung durchquert er ganz Kanada und führt bis nach Vancouver. Insgesamt ist er rund 8000km lang und damit eine der längsten Autobahnstrecken der Welt.
Wir müssen aber zurück zum Schiff und lassen uns dabei von den weißen Würsten am Himmel begleiten.
Die Hänge hinter fast jeder Strasse sind felsig, und so zieht sich die Bebauung fast überall den Berg hinauf.
Gut, dass es Wegweiser gibt...
Die Stunden im Hafen werden genutzt, Nachschub für die Küche wird angeliefert, oder der Müll wird abgeholt. Die Ausflugsbusse sind schon in Wartestellung. Ein paar Schulbusse sind auch dabei. Die werden hier zum Transport für Touristen benutzt, wenn sie gerade nicht damit beschäftigt sind, Schüler herum zu fahren.
Gleich nach dem Mittagessen geht die Tour los.
Bevor wir die Stadt verlassen, ist uns noch ein Blick auf das Gelände hinter der Fabrik gegönnt. Hier stapeln sich Unmengen an Baumstämmen und warten darauf, in zartes Papier verwandelt zu werden.
Wir fahren durch interessante Landschaft, vorbei am Meer, an Wäldern und kleinen Flussläufen. Leider ist es sehr trüb, dauernd fängt es an zu nieseln. Ausflugswetter ist das eigentlich nicht.
Die Qualität der Bilder lässt zu wünschen übrig. So ist es eben, wenn man aus dem fahrenden Bus heraus versucht, etwas festhalten.
Die Berge hier sind die nördlichsten Ausläufer der Appalachen, die bis nach Neufundland reichen. Die Orte der Umgebung sind sehr klein, 200- 300 Einwohner seien üblich. Aber man sieht über weite Strecken nur ab und zu ein Haus.
Stadtnah stehen die Häuser enger beieinander und haben oft keine Garage. Parkplatz auch für mehrere Autos sind dann die Zufahrten auf dem eigenen Grundstück. Genau wie in der Innenstadt.
Wie schon gewohnt ist fast alles sehr ordentlich und gepflegt. Mal zieren asiatische Löwen die Eingänge, mal ist es ein Miniaturleuchtturm, der den Garten behütet.
Die Garagen sind oft genau so riesig wie das Wohnhaus. Eigentlich wirken sie dann wie die andere Hälfte eines Doppelhauses. Schneemobil, Rasenmäher, Boot, Wohnmobil, Hummerkäfig und Alltagsauto stehen fein säuberlich aufgereiht neben dem Holzvorrat für die langen Winter. Das Kinderfahrzeug hat sich ebenfalls eingereiht und liegt nicht achtlos auf dem Rasen herum.
Selten einmal unterbrechen solche Anblicke direkt an der Strasse die Bilderbuchidylle. Bastler und Eigenbrötler wohnen wohl woanders.
Im Winter wird es hier sehr kalt, und es gibt Unmengen Schnee. Um ein Schneemobil kommt man hier also nicht herum, es scheint mir eher überlebenswichtig zu sein. Kein Wunder also, dass man mit einer von unseren Minigaragen gar nicht auskommen würden.
Der Leuchtturm ist relativ klein. Da würde es schon Sinn machen, die Kirchtürme in Leuchttürme umzuwandeln. Die sind nämlich manchmal deutlich höher.
Nun kommen viel Inseln in Sicht. Nicht umsonst heisst die Gegend ja: Bay of Islands.
An einem Aussichtspunkt ( Bottle Cove) ist genügend Zeit, bis zum Wasser zu gehen. Die Umgebung ist geprägt vom Meer mit seinen Wellen, den schroffen felsigen Appalachenausläufern entlang der Küste und den Wäldern. Ein paar Häuser entdecke ich auf dem gegenüberliegenden Landstrich.
Es soll hier so schön sein, dass sich viele Menschen Ferienhäuser zugelegt hätten. Mir fehlt die Sonne und vor allem die Zeit, die Gegend zu erkunden. Viel lieber hätte auf das freundliche Kaffeetrinken plus Basarangebot in der nahen anglikanischen Gemeinde von Lark Harbour verzichtet und statt dessen einen ausgiebigen Spaziergang am Meer gemacht.
Ich schleiche ein bisschen um das Gemeindehaus herum, kann mich aber nicht weit entfernen, weil es keine genaue Abfahrtszeit gibt.
Wir sitzen heute wieder in einem normalen Bus. Die Schulbusse sollen aber nicht weniger komfortabel sein. Die trübe Aussicht durch nasse Scheiben verbessert die Stimmung nicht.
Noch einen kurzen windigen Stopp gibt es am kleinen Hafen bei Frenchman's Cove, das wir auf dem Hinweg schon durchfahren haben. Im 16. Jahrhundert gab es hier eine kleine französische Fischersiedlung.
Danach fahren wir noch zum Captain Cook Denkmal, unserem letzten Programmpunkt..
Der Bus schraubt sich durch bunt gefärbte Wälder hoch zum Monument. Captain Cook hat der Bucht den Rücken zugewandt und schaut lieber auf die flammenden Wälder und die Kopie der Seekarten seiner Weltumsegelung 1764
Seine akkuraten Karten sind auch heute noch tauglich und nicht in Vergessenheit geraten! Seine Statue steht in einem Park auf der Spitze des Crow's Hill. Ein schönes Plätzchen hat er hier bekommen.
Von dort oben hat man eine tolle Sicht auf die Bay of Islands, zu der viele Inseln zählen und die sich in 3 Fjorde verzweigt. Corner Brook, das jetzt zu unseren Füssen liegt, liegt da, wo der Fluß Humber in den Fjord mündet, weswegen dieser Teil auch Humber Arm genannt wird.
Deutlichstes Wahrzeichen dieser Stadt ist allerdings für mich das nicht endende Rauchgeschwader über ihr.
Das Begrüßungskomitee hat schon eingepackt. Viele Schiffe werden in dieser Saison wohl nicht mehr vorbei kommen.
Auch wir können uns jetzt auch wieder ins Warme zurückziehen.
Begeisterungsstürme hat der Ausflug nicht ausgelöst bei mir, was wohl an verschiedenen Faktoren liegt. Mit mehr Zeit hätte das Wetter wahrscheinlich weniger eine Rolle gespielt.
Morgen ist Erholung angesagt, es ist Seetag.

































































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